Tour de France 2013

Ich habe noch Chancen auf eine Medaille im Radsport. Auch mit 50 könnte ich beispielsweise noch bei der Tour de France mit radeln und mir am Ende das gelbe Trikot überstülpen lassen. Küsschen links, Küsschen rechts, den obligatorischen Plüschlöwen in der linken Hand und in der Rechten einen Blumenstrauß. 

Mal sehen – vielleicht fahre ich mit meinem 8-Gang Hollandrad eine Runde durch Frankreich. Die orangefarbenen Gepäcktaschen an den Gepäckträger geschnallt und ab die Post. Möglicherweise werde ich keine Tagesetappen gewinnen und stets als Letzter ins Ziel radeln, aber am Ende werde ich gewinnen müssen. Warum? Nun – ich werde keine Dopingmittel nehmen. Weder einen Zaubertrank, noch eigenes Blut, irgendwelche Hormone oder sonstige leistungsfördernde Mittel werde ich einnehmen. Das machen ja schon alle anderen vor mir im Feld. Die werden dann disqualifiziert und am Ende bleibe ich übrig. Lance Armstrong wurden heute übrigens alle seine sieben Siege bei der Tour de France aberkannt. Und wann man feststellen wird dass alle anderen Radler gedopt haben, ist nur eine Frage der Zeit. Da steigen meine Chancen, das müssen Sie wohl zugeben. Ein Genialer Plan.

Wie einst Eddy Merckx gewinne ich das gelbe, das grüne und das gepunktete Trikot. Das weiße Trikot werde ich aus Altersgründen aber nicht bekommen. Ich muss nur zusehen,dass ich innerhalb des Zeitlimits ins Ziel radele. Obwohl – wenn ich rechtzeitig meine Mitbewerber bei der Dopingbehörde anschwärze, werde ich mich ab der zweiten Etappe sowieso alleine abstrampeln müssen. Das könnte schon ein wenig langweilig werden, aber auch ziemlich anstrengend. Denn ich müsste nach jeder Etappe jedem einzelnen Reporter und jedem dahergelaufenen „Experten“ ein Interview geben. Aber ich bräuchte wenigstens bei einer Panne den Reifen nicht selber flicken. Ich hebe kurz die Hand und mehrere flinke Hände reparieren mein Hollandrad in Windeseile. Die Mechaniker hätten ja auch sonst nichts zu tun.

Am Mont Ventoux und am Col du Tourmalet muss ich mich durch die dichte Zuschauermenge links und rechts beim Anstieg quälen. „Allez, allez!“ bzw. „Hopp hopp hopp!“ rufen alle Leute und laufen neben meinem Rad her. Das sieht dann ein wenig blöde aus muss ich gestehen, denn ich werde mein Rad wohl schieben müssen, da es dort sehr sehr steil bergauf geht. Elektrofahrräder sieht das Reglement leider nicht vor. Bergab hole ich den Rückstand aber locker wieder auf.

Essen und Trinken unter Zeitdruck und während der Fahrt sehe ich übrigens als äußerst problematisch an. Unterwegs werde ich mehrere Päuschen machen, die mitgebrachten Butterbrote mampfen und die Aussicht genießen. Mit meinem Spirituskocher koche ich mir hinterher einen Espresso, mache ein Mittagsschläfchen und radele frisch gestärkt weiter. Ich bin ja nicht auf der Flucht…

Das einzige echte Problem wäre das Mannschaftszeitfahren. Im Alleingang geht das nicht. Ich bräuchte da noch ein paar unerschrockene Kämpen, die mit mir zusammen die Tour der Leiden bestreiten. Außerdem könnten wir auch so die Trikots unter uns aufteilen. Ich bestehe auch nicht auf das malliot jaune und würde mich mit dem Grünen begnügen.

Also – wer kommt mit?

Spiced Ham

Um 4:49 Uhr wurde… Nein, nicht doch. Wer jetzt denkt, dass zurück geschossen wurde ist auf dem Holzweg. Um 4:49 Uhr wurde meine Seite Schreibbloggkade, aus Asien mit dem ersten SPAM Kommentar beehrt.

Dem Autor exrkuoh fiel aber nichts besonderes ein, außer ein paar aneinander gereihte Buchstabenkombinationen. Als hätte er das Alphabet studiert und festgestellt dass noch einige Buchstaben übrig wären. Diese stellte er dann irgendwie zusammen, um somit einen geneigten Leser im WörldWeidWepp zu finden. Dabei, so vermute ich, hatte er ein Lied aus den 80gern im Kopf. „Ich sprüh’s auf jede Wand…“.

Esoca wadaxo, sixekucu siza ocugude ubose, zoyu asame ubowigu abecer, ixoc go..“ Wobei, gegen zoyu asame muss ich mich heftigst verwehren. Auch ubowigo finde ich als gewagte These. Nvueifovhtrv harbsch würde ich auch wadaxo entgegensetzen, bei näherer Betrachtung. Aber ich bin ja nicht kleinlich.

Jetzt mal Hand aufs Herz. Spams sind überaus nützlich. Beschäftigen doch die „niedlichen“ Idiotentexte ein Heer von Antispam Softwarehersteller und vor allem Rechtsanwälte. Was für ein Markt. Welche Verdienstmöglichkeiten. „Mama, wenn ich groß bin, möchte ich Antispamhersteller werden!“ „Gut mein Kind. Dann lerne fleißig, sonst wirst Du Spamschreiber…“ Diese Drohung sitzt, da der Spamhersteller aus Kostengründen meistens in Asien sitzt. Dort sind die Löhne billiger. Der deutsche Spam wäre unbezahlbar. Stellen Sie sich doch einmal die Forderungen einer Spamgewerkschaft vor. Kündigungsschutz, 12-Stunden-Woche bei vollem Lohn, 5% mehr Gehalt, bessere Arbeitszeiten (keine SPAM vor 6 Uhr), bezahlte Überstunden, Texte auf deutsch und und und..

Kettenbriefe per E-Mail zähle ich übrigens auch zu Spams. Rührende Hilferufe die uns alle Jahre wieder kurz vor Weihnachten erreichen, oder, „Sende diese Email an 100 Deiner Freunde. Damit erlangst Du ewiges Glück.“, „Gewinne im Lotto, wenn Du 1000 Freunden diese Mail weiterleitest.“ Das Beste sind aber die Briefe von Notaren aus Amerika, die genau Dich als Universalerben eines Milliardärs ausgemacht haben wollen, wenn Du 1.278 US Dollar auf ihr Konto überweist…

Nun aber habe ich Sie genug zugespamt und entlasse Sie in ein schönes Wochenende. Die Sonne soll heute am 19.10.2012 über zehn Stunden lang scheinen und es soll sogar 22° C warm werden. Als würde die Sonne den bereits fortgeschrittenen Herbst zuspammen wollen…

Apropos. Hier ist „das Original“ der Begriffsherkunft Spam